Restaurierung des Glockenturms an der Homberger Kapelle
Kein großes Geläute, aber zwei Glocken sind es, die dreimal am Tag zum Gebet einladen. Die Kleine ist eine Kostbarkeit. Sie stammt nämlich aus dem Jahr 1498 und gehörte ursprünglich zur Eigeltinger Kirche, wurde aber im Jahr 1910, als in Eigeltingen ein neues Geläut angeschafft wurde, den Hombergern für ihre Kapelle überlassen. Auch die zweite, etwas Größere, ist ein Geschenk. Sie trägt den Namen der heiligen Theresia und ist aus der Pfarrei St. Josefs in Singen. Sie ist 623 kg schwer und wurde mit der Eigeltinger Glocke in einem eigens dafür erstellten Glockenturm untergebracht. Diese Glocken läuten dreimal täglich die Tag- und Betzeiten ein. Der Zahn der Zeit nagte an diesem Glockenturm, so stand eine Restaurierung auf kurz oder lang an. Herr Ewald Zumkeller gewann noch fünf Homberger Bürger für diese Maßnahme, so dass im Herbst dieses Jahres die Arbeiten begannen und Mitte November abgeschlossen waren.
Auch die Kapelle selbst dürfte einen großen Altertumswert besitzen. Sie steht auf jeden Fall auf sehr geschichtsträchtigem Boden. Oberhalb der Kapelle war eine große Römerstraße auf dem direkten Weg nach Eigeltingen. Die Kapelle ist urkundlich 1769 erwähnt und ist den Hl. Rochus und Sebastian geweiht. Eine grundlegende Renovation wurde in den Jahren 1978-81 durchgeführt. In diesem Zuge wurden Dränagen verlegt, das Dach vollkommen um gedeckt und das Glockentürmchen repariert. Die Leitung dieses Vorhabens stand unter Architekt Frey, einem Bruder von Herrn Dekan und Domherrn Emanuel Frey. Auf seine Vermittlung hin erhielt die Kapelle das Chorgestühl aus der Kapelle der Insel Mainau, das sich im Besitz des Grafen Bernadotte befand. Auch die Glocke der Josefs Kirche in Singen kam durch seine Vermittlung nach Homberg.
